Ausflug nach Beaune – das Archéodrome und das Hôtel-Dieu
Das Archéodrome
27.09.2005 Wenn man zum Archéodrome fährt, das sich ein paar Kilometer von Beaune entfernt befindet, kann man die Besonderheiten der Urgeschichte besichtigen und erleben. Unsere Führerin war eine junge Archäologin, die uns auf sehr lebendige Weise zeigte, wie die Menschen der Frühgeschichte jagten. Die prähistorischen Menschen benutzten einen sogenannten „sagaie“, d.h. eine lange Lanze. Um eine größere Wurfweite zu erzielen, mussten sie die Lanze mit einem „propulseur“ werfen, einem Gerät, das die Schleuderwirkung um ein Mehrfaches verstärkte. In der Steppe gab es nicht sehr viele Tierarten: verschiedene Pflanzenfresser, aber auch Nashörner, Bisons, Rentiere und andere Arten. Nach der Benutzung des „sagaie“ wurden Pfeil und Bogen erfunden; damit konnte man eine Reichweite von 100 Metern erzielen.
Danach zeigte uns die Führerin ein Haus aus der jüngeren Steinzeit. Damals erwärmte sich die Erde und die Nomaden wurden sesshaft und begannen Tiere zu züchten, z.B. Schafe und Ziegen, und sie bauten auch Getreide an. Das Haus der jüngeren Steinzeit wurde aus Holz, Stroh und Seil gebaut und mit Hilfe von Kuhfladen vor Insektenbefall geschützt. Die Bewohner trugen keine Tierfelle mehr, sondern Wollstoffe, und die Menschen entdeckten, wie man Gefäße aus Ton herstellt. Die Männer gingen zur Jagd und die Frauen blieben zu Hause. Meist lebten bis zu 20 Leute in einem Haus zusammen mit den Tieren, die ihnen Wärme, aber auch Schutz vor den wilden Tieren gaben.
Eine der größten Erfindungen dieser Zeit war die Feuerherstellung. Bevor die Menschen wussten, wie man Feuer entfacht, holten sie sich es aus der Natur. Dann probierten sie es selbst, mit Hilfe von Feuersteinen Feuer zu produzieren, jedoch war diese Technik nicht sehr erfolgreich. Danach fanden sie heraus, dass sich mit Hilfe eines besonderen Feuersteins, des sogenannten „marcacite“, Feuer schneller herstellen ließ. Die Funken, die durch das Reiben der Steine erzeugt wurden, fielen auf eine Mischung aus trockenen Blättern, Gräsern, Pilzen und Baumrinde. Dann entwickelten die Menschen neue Techniken, z.B. rieben sie einen Holzstab auf einem Stein mit Hilfe eines Bogens; dies war eine wesentlich einfachere und wirksamere Methode der Feuerherstellung.
Dann zeigte uns die Führerin eine Rekonstruktion der Mauern von Alésia. Julius Caesar wurde von Vercingétorix geschlagen und wollte sich rächen. Er ließ Befestigungen rund um Alésia bauen und sicherte das Gelände vor den Befestigungen mit Fallen; so konnte niemand hinein- oder hinausgehen. Innerhalb von 3 Monaten starb die Bevölkerung von Alésia an Hungersnot oder Krankheiten.
Das Hôtel-Dieu
Das Hospiz von Beaune wurde 1443 von Nicolas Rolin, dem Kanzler des Herzogs von Burgund, Philippe le Bon. Es war ein wunderschönes Krankenhaus, das für die Armen bestimmt war. Nach 8 Jahren Bauarbeiten waren die ersten Räume fertig, die anderen wurden erst im Verlauf des 15. Jahrhunderts fertiggestellt. Der letzte, im gotischen Stil errichtete Teil, wurde noch im 17. Jahrhundert dazugebaut. Der Innenhof, den die Besucher sehen konnten, besaß reich geschmückte Dächer mit bunten Dachziegeln; einfache graue Dächer gab es zur Straßenseite hin.
Bis 1955 gab es einen Armensaal mit Bänken und Stühlen in der Mitte des Raumes. Die Betten waren so platziert, dass auf der einen Seite die Frauen und auf der anderen Seite die Männer lagen. Die Decke des Saals war reich mit religiösen Motiven ausgeschmückt und die Fenster erinnerten an Kirchenfenster. Die Räume waren sehr hoch und schwierig zu heizen, deshalb lagen oft zwei Personen in einem Bett. Die Schwestern kümmerten sich um die Patienten, versorgten sie mit Nahrung und pflegten sie. Überall auf dem Boden kann man ein Wort und ein Symbol erkennen: „seul *“ Dies ließ der Kanzler Nicolas Rolin für seine 3. Frau Guigone de Salins anfertigen, es bedeutet so viel wie „Du bist mein einziger Stern“. Obwohl dieses Krankenhaus für Arme bestimmt war, gab es auch einen Saal für die Reichen mit 4 Betten, einem Kamin und einer Kapelle. Auch wenn es für uns kaum vorstellbar ist, gab es damals auch schon Operationssäle; man betäubte die Patienten mit Opium. Zum Krankenhaus gehörte natürlich auch eine Apotheke, in der man beispielsweise Nacktschnecken mit ihrem Schleim kaufen konnte, das war bei einer Erkältung nicht schlecht. Außerdem gab es einen Friedhof, einen Weinberg, einen Garten, ein Altersheim und einen kleinen unterirdischen Fluss, der als Kanalisation diente.
(verfasst von Yasmin Schlegel, 10b)