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13.02.14

Die Seele des Jazz

Klaus Hoffmann am Pult der Big Band am Landauer Max-Slevogt-Gymnasium in der Deko der SWR Big Band, die im zweiten des Konzertes in der Landauer Festhalle spielte (FOTO: MERSEN)

Doppelkonzert der Big Band am Landauer Max-Slevogt-Gymnasium und der SWR Big Band in Landau

Wie Jazz klingt, wenn der Nachwuchs Lunte riecht und dem Vorbild alter Hasen folgt, konnten sehr viele Zuhörer bei einem begeisternden Doppelkonzert der Big Band am Landauer Max-Slevogt-Gymnasium und der SWR Big Band in der Landauer Festhalle am Montagabend hautnah erleben.

Drei Berufsmusiker haben den Bildungsauftrag einer öffentlich-rechtlichen Institution, zu der die SWR Big Band zählt, ernst genommen: Im Rahmen des „live@school“ Projektes der Landesarbeitsgemeinschaft Jazz in Rheinland-Pfalz hatten sich der Gitarrist Klaus-Peter Schöpfer, der Trompeter Karl Farrent und der Saxofonist Pierre Paquette um die Rhythmusgruppe, die Blechbläser und die Saxofone der Schülerband bemüht, den jungen Nachwuchsjazzern theoretische Kenntnisse und praktisch Mut zur Befreiung vom puren Abspielen vorgezeichneter Noten gemacht.Die Seele des Jazz ist die Überwindung herkömmlicher Dreiklangharmonien aus Grundton, Terz und Quint in Dur oder Moll. Das Auseinandernehmen und wieder Zusammenfügen eines Themas oder eines bestehenden Stückes ist dabei ein wesentliches Merkmal. Dabei wagen gute Spieler Ausflüge im Alleingang oder geben sich in ausgiebigen Frage-Antwort-Spielchen gegenseitig die Hefe, während der Kontrabass oder der E-Bass gleichförmig den Rhythmus antreibt, um den Gitarre und Schlagzeug filigrane Motive schlingen.

In ihrem einstündigen Konzert haben die Schüler am Montag überzeugend und mitreißend demonstriert, wie sie die Anleitung der Berufsmusiker in klangvolle Taten umgesetzt haben. Felix Poth lieferte einen heißen Shuffle in „Touchin´ all the basses“ auf dem E-Bass und Niklas Maier-Lohmann führte die Schülerband am Schlagzeug sicher durch den Jazz-Klassiker „Birdland“. Und mit seinem Solo in „Feeling good“ durfte sich Alt-Saxofonist Florian Hott ein bisschen fühlen wie Michael Bublé. Und weil ein Jazzer mit Herzblut seiner Formation immer verbunden bleibt, ist auch der Trompeter Felix Pohl nach dem Abitur 2007 seiner Schule bis heute treu geblieben und hat für die Big Band die James Bond Filmmusik „Skyfall“ arrangiert. Auch die jungen Moderatoren Julia und Jonas standen dem Charme von Leiter Axel Kühn in nichts nach, der durch das Programm der SWR Big Band führte.

Wenn unter den Zuhörern immer mehr Köpfe und Schultern zucken, Hände klatschen, Finger schnippen und die Füße nicht mehr stillstehen können, dann hat der Jazz das Publikum erfasst und  „Eigentlich müsste man jetzt tanzen, aber das würde wohl den Rahmen hier sprengen“, rief Kühn zum dreiteiligen Latin-Ausflug der SWR Big Band in den Saal. (srs)

Quelle: Die Rheinpfalz - Pfälzer Tageblatt - Nr. 37 vom 13.02.2014


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